![]() | ![]() | ![]() |
|
Kommunikation "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." Premierminister von Luxemburg und seit 2006 Aachener Karlspreisträger Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie (SPIEGEL 52/1999) Die Informationen, die man selber erarbeitet hat sind Eigenerlebnisse, diejenigen die man mitteilt sind für den Informierten nicht mehr Eigenerlebnisse, sondern Überlieferungen oder Erzählungen. Die überlieferten Nachrichten, welche man nicht selbst erlebte müssen stets geglaubt werden. Hat ein Eigenerlebnis schon mehr Glauben als andere Eigenerlebnisse hinzu gewonnen, so wird diesen Eigenerlebten noch mehr geglaubt als den anderen. Der Erzähler oder Mitteiler gewinnt dadurch in der Öffentlichkeit an Vertrauen, daß sich nunmehr auf die anderen Überlieferungen des Mitteilers als Glauben auswirkt. Wird eine Überlieferung einmal als Lüge enttarnt, ziehen alle Gläubigen ihren Glauben an die eine Überlieferung zurück, wodurch das Vertrauen sinkt, und dies sich auch auf seine anderen Überlieferungen negativ auswirkt: Wer einmal lügt den glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht! Die Übermittlung der ereigneten Geschehnisse wird durch eine Nachricht transportiert, welche sich als Bericht dem sachlichen Verlauf des Geschehens widmet, und dem Kommentar, der die persönliche Haltung des Erzählers beinhaltet. Der Erzähler versucht zusätzlich mit seiner Kommentierung die Zustimmung oder Ablehnung bei seinem Zuhörer zu beeinflussen, um ihn dann als Mitstreiter für seine Sache zu gewinnen. Im Kommentar selbst, wird die Zustimmung, Ablehnung und Forderung durch Mimik, Gestik und Rhetorik übermittelt, wobei allerdings die Auswahl eines Ereignisses schon eine Kommentierung ist, weil dies gerade dem Erzähler am wichtigsten erschien. Weil nun aber jede Nachricht von Erzähler zu Erzähler weitertransportiert wird, kommt auch jedesmal ein Kommentar des jeweiligen Mediums hinzu, was dazu führt, das nicht nur das Ereignis an sich vom Erzähler ausgewählt wird, sondern auch der überlieferte Bericht und die Kommentare. Eine weiterte Kommentierung findet zwangsläufig im Bericht, bei der Kategorisierung von Subjekt und Objekt als Täter und Opfer Eingang. Die Protagonisten des Geschehens werden dabei bestimmten Subkulturen, Parteien, Gesinnungsverbünden, Familien, Sozialklassen, Territorien oder auch Völkern und Religionsgemeinschaften zugeordnet. Da Subjekte und Objekte jedoch immer mehreren Subkulturen angehören, beeinflußt der Erzähler somit auch das Ansehen seiner erwähnten Subkulturen und Gesinnungen. Man kann sich als Nichtbeteiligter daher über ein Ereignis durch viele Erzähler informieren, ihre Subjektiven Kommentare erkennen und herausfiltern (Zweifeln!), und hieraus ein eigenes objektives Urteil bilden - das selbstverständlich und unvermeidlich mit einen eigenen Kommentar verbunden ist. Im Gegensatz zum Einzelerzähler kann der Massenerzähler - Massenmedien aus ganz vielen Ereignissen, Berichten und Kommentierungen ein paar für ihn wichtige auswählen, und auf diese Weise schon den ersten Kommentar abgeben. Da diese wenigen Nachrichten nun aber ganz viele Empfänger benachrichtigen, entsteht in der Öffentlichkeit eine Wirklichkeitsverdrehung, welche alle nicht veröffentlichten Ereignisse, Berichte und Kommentare in Nichtereignisse verklärt. Die hierdurch erzeugte künstliche öffentliche Durchschnittsmeinung beeinflußt nunmehr bei den Empfängern eine Meinungsanpassung an die scheinbare öffentliche Meinung. Dieses Gruppenverhalten wurde bereits in Experimenten klar nachgewiesen. Nur selten wollen Menschen Außenseiter sein, sondern man will zur Gruppe / Subkultur dazugehören. Die Vielzahl an Informationen erlaubt den Informationssammelstellen (Presse, Medien) eine hohe Wahrscheinlichkeit an Gläubigen, die nun nicht nur der Information Glauben schenken, sondern vor allem Vertrauen dem gesamten Medienunternehmen. Das so gesammelte Vertrauen schafft dann im weiteren Mitteilungseinsatz der Medien für die Informationen noch mehr Glauben und Mehrvertrauen den Medien gegenüber. Kleine Presseunternehmen und vor allem Einzelpersonen schaffen nun kaum dem Vertrauensvorsprung der Großen zu folgen und sind in der Öffentlichkeit daher weniger geglaubt und vertraut. Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, sind vor allem die Richter und Regierungen an wahrheitsgemäße Nachrichten angewiesen. Hierzu dienen Zeugen-, Sach- und Dokumentenbeweise, welche allesamt die Kommentierung und daher das Meinungsurteil des Richters und der Regierung beeinflussen. Da aber nun eine demokratische Regierung vom Volke gewählt wird, ist der letzte Entscheider eben das Volk, dessen Meinungen und Kommentare nun Gegenstand einer Beeinflussung durch die Massenmedien werden können. Gehört nun eine demokratische Regierung und ein Massenmedium der gleichen Gesinnungspartei und Subkultur an, dann steuert die Kommentierung des Mediums die Kommentare der Wählerschaft, und das veröffentlichte Ereignis wird Instrument der regierenden Gesinnungspartei, welche eine künstliche Forderung in den Kommentaren des Volkes als tatsächliche Wahrheit aufgreift und befriedigen will. Im Gegensatz zu Demokratien sind Monarchien nicht auf eine Meinungserzeugung durch Massenmedien im Volke angewiesen, weswegen eben Perl Harbor und der 11.9.01 gerne als Instrument von der demokratischen Regierung in Empfang genommen wurde. Als Instrument, bedient sich eine Gesinnungspartei oder Subkultur eines Ereignisses, und sammelt hiervon durch sein eigenes Massenmedium Berichte und Kommentare, welche sich mit der Meinung der Subgemeinschaft decken, um hiervon noch mehr Anhänger, Mitstreiter und aber auch verantwortliche Entscheidungsträger auf seine Seite zu ziehen. Wenn trotzdem politische Entscheidungen des Volkes gegen den Willen der Regierung ausgehen, dann werden Demokratien mit Hilfe der Massenmedien solange die Bevölkerung beeinflussen, bis die Mehrheitsmeinung mit der, der Regierung übereinstimmt, und der Volksentscheid wiederholt werden kann. So geschehen bei der Abstimmung zur EU Osterweiterung in Irland, und für Frankreich und den Niederlanden zur EU Verfassung bereits diskutiert. Diese Ausführung hat, um auch besonders die ehrliche Manipulation und Beeinflussung zu beschreiben, sich ganz bewußt nicht mit der gelogenen Nachricht und der zensierten Nachricht beschäftigt. EB06 | ||