Was heißt Links und Rechts?

Links oder Rechts sind parteiische Standpunkte zu einem polarisierenden Thema. Findet die Diskussion zu einem Thema in einem Parlament statt, so hat sich aus der Sicht des Rednerpultes eine linke und eine rechte Meinungspartei gebildet. Zu jedem Thema gibt es unterschiedliche Meinungen, die sich in ihren Extrempositionen von Links bis nach Rechts bewegen.

Zum Thema Produktionsfaktoren, sitzen die Vertreter des Faktors Arbeitskraft (Sozialisten) auf der Linken, und die Vertreter des Faktors Kapital (Liberalisten) auf der rechten Seite.

Im Revolutionsjahr 1848 saßen im Paulskirchenparlament die separatistischen Fürstenparteien auf der rechten Seite, und die nationalistischen Reichseiniger auf der linken Seite. Heute sitzen die Nationalisten Rechts, weil die Internationalisten (UNO, EU, NATO Anhänger) auf der linken Seite sitzen.

Während die Internationalisten mehrere Völker in einem Staat, und Separatisten mehrere Staaten in einem Volk anstreben oder befürworten, zielen die Nationalisten in der Mitte danach, daß jedes Volk mit seinem eigenen Staate über sich selbst herrschen kann (Volksherrschaft).

Da Humanes- und Sachkapital grenzüberschreitend gehandelt werden kann, und dabei die Zollgrenzen dem Kapital im Wege stehen, und im Gefolge eine Staatsausdehnung über fremde Völker, oder Einwanderung fremder Völker in den betreffenden Staat, ihn zum Internationalen Staat machen, verbündet sich stets die linkere Partei des Territoriums mit der rechteren Partei der Produktionsfaktoren.

Hieraus läßt sich nun der Schluß ableiten, daß man immer nur zu den verschiedenen Themen eine parteiische Position einnehmen kann, und diese thematischen Parteien nicht zu einer Multipartei verschmelzen darf. Wieso sollte jemand, aus der rechten Partei der Bildung, auch in der rechten Partei der Ökologie sein? Ein freier Geist positioniert sich seinem freien Willen gemäß zu verschiedenen Sachthemen an verschiedenen Punkten.

Die heute herrschenden Parteivereine gehören abgeschafft.

Jeder Bürger ist zu einem Thema oder Begriff parteiisch, soll heißen, der Bürger weist einem Begriff seine Theorie zu. Der Bürger (A) oder Mandatsträger kann sich nun mit dem anderen Bürger (B), die mit der selben Meinung zum Thema stehen verbünden und Konzepte aushandeln. So hat sich nun im Parlament eine Partei gebildet, die sich von der Theorie des Bürgers (C) unterscheidet. Allerdings kann sich (A) auch gleichzeitig zu einem ganz anderen Thema mit (C) zu einer Partei verbünden und gegen (B) Stellung beziehen. (immer vorrausgesetzt, die Themen haben keine gemeinsame Schnittstelle)

Nur die derzeit herrschenden Parteivereine würden (A) zwingen, sich auch mit (C) zu verbünden und dessen Meinung zu übernehmen. Stichwort: ?Geschlossenheit, Einstimmigkeit?.

Im Dreißigjährigen Kriege kämpften vordergründig Protestanten gegen Katholiken, wobei die eigentlichen Kriegsparteien Kaisertreue Nationalisten und separatistische Fürsten waren. Die katholische Partei war identisch mit der Nationalistischen, und die Protestantische mit der Separatistischen, was heißen soll, daß die religiösen und territorialen Parteien sich zu Koalitionen verbündet hatten. Auch heute findet sich ein solches Bündnis in der CSU (Katholizismus, Bayern) und in der PDS (Atheismus, Mitteldeutschland). Gleichzeitig sind diese noch Parteien der Produktionsfaktoren, bei denen die PDS, und auch die SPD und NPD die Arbeitskräfte vertritt, und die CSU, aber auch FDP und CDU das Kapital. Allerdings ist das nur eine grobe Zusammenstellung, denn die vielen Parteiergreifungen der Multiparteien ergeben sich aus dem Parteiprogramm. Ausgenommen der nationalistischen Parteien, wie der NPD und DVU, und der separatistischen Bayernpartei, sind die restlichen Parteien heute Internationalistisch. Es gibt hier aber nicht nur die eine nationalistische Partei, sondern die nationalistischen Parteien sind so vielfältig wie es die Parteien in der Weimarer Republik gewesen waren. Zu dieser Zeit sorgten sich Liberale, Konservative, Sozialisten, Nationalsozialisten und Kommunisten um das Wohl des Volkes. Sie unterschieden sich in ihren Mitteln und Wegen, und was sie verband war das eine Ziel, das Wohl des Volkes. Wenn sich daher die BRD nationalen Parteien stets ein N für National voransetzen, so müßte man dies nachträglich für alle Parteien der Weimarer Republik tun, ebenso für nationaldemokratischen Revolutionsparteien von 1848.

In den westlichen Staaten gibt es aber keine parteiergreifenden Parteien mehr, da jede Partei ihre Stimmenanteile maximieren will, und daher danach strebt, das Ganze zu vertreten und zur „Volkspartei“ zu werden. Gewiß ist in der BRD das Wort Volkspartei noch nicht aus dem Vokabular gestrichen worden – welches Volk sollen die denn auch je vertreten haben – darum erscheint das Wort „Menschenpartei“ viel geeigneter zu sein.

 

Den rechten und den linken Menschenparteien ist gemein, für das allerbeste der Menschen auf den BRD Staatsgebiet eintreten zu wollen. Da diese Menschen ein und auswandern, nicht konkret, daher nur ein abstrakt allgemeines sind, ist das Wohl der Menschen, gleichsam das selbe wie das Wohl keines Menschen. Wer sich für alle interessiert, der interessiert sich für überhaupt nichts, da ja kein Unterschied zwischen Sein und Nichts gibt. Die Menschenparteien halten sozusagen keinen Menschen für wichtig, da jeder durch Andere Menschen ausgetauscht und ersetzt werden kann. Nur der Nationalist kümmert sich um ein konkretes Menschentum, das eben nicht einfach ausgetauscht werden kann. Dem Nationalisten kann dieses konkrete Volk nie egal sein und kein Volksgenosse ist ihm gleichgültig.

 

 Der linke BRDler bzw. Westler strebt dabei eine möglichst gleiche Güterverteilung an, so daß die Reichen den Armen etwas von ihrem Reichtum abgeben, oder im Extremfall jeder Bürger die gleichen Besitzstände erhält. Damit dies gelingt ist aber ein starker Staat notwendig, vor allem deshalb, weil nicht jeder Reiche sein Hab und Gut freiwillig mit anderen Teilen möchte. Im Idealfall, dem Kommunismus, ist der Staat dann alleiniger Eigentümer der Produktionsmittel und verteilt über den Arbeitslohn jedem die gleiche Warenmenge.

 

Der Nachteil dieser Form der Gerechtigkeit ist aber, daß hierbei der Fleißige den Faulen durchfüttern muß, weswegen nun der rechte BRDler bzw. Westler die gerechte Chancen- oder Möglichkeitenverteilung in den Mittelpunkt seines Handeln stellt. Die Gerechtigkeit der Rechten sieht also eine gleiche Verteilung von Möglichkeiten des Bereicherns vor, in dem jeder Bürger das erhält was er verdient, oder sogar mehr erhält was er verdient, was dann die im privaten Kapitalismus übliche Aneignung des Mehrproduktes wäre. Dabei ist es erforderlich das so wenig Staat wie nur möglich in die privaten Belange eingreift, und im Idealfall jede Umverteilung von Reich nach Arm, worunter letztlich auch die Sozialhilfe fällt, unterbleibt. Der Staat wäre hier also nur ein Störfaktor,

 

es sei denn jener Staat stünde im Dienste der privaten Kapitaleigentümer. Nämlich dann würde er das Kapital begünstigen, zum Beispiel durch Einwanderungserleichterung für fremden lohndrückendes Humankapital, oder sonstige Maßnahmen die eine Ausbeutung der Mehrheit durch eine Minderheit an Produktionsmitteleigentümern verbessern. Im Extremfall lassen diese mitunter auch die Polizeikräfte gegen aufbegehrende Arbeiter aufmarschieren, was nun den Anarchisten, der jenseits von Links und Rechts steht, auf den Plan rufen läßt. Der Anarchist erkennt nun auch im Staat einer privatkapitalistischen Gesellschaft seinen Ausbeuter, ebenso in den privaten Eigentümern von Produktionsmitteln, und strebt deshalb eine Staatslose Gesellschaft an, in der eben jeder Mensch über ein genügendes Eigentum an Produktionsmitteln verfügt, denn nur so kann eine Ausbeutung von vornherein verhindert werden. Dabei sollte aber die gewünschte Abwesenheit eines Staates so verstanden werden, daß mit Staat nur der gewohnte westliche Staat gemeint ist, denn an sich ist überall da wo Rechtsstreit geschlichtet oder durch vereinbarte Regeln vorgebeugt wird. Die anarchistische Gesellschaft erscheint somit als durch herausdiskutierte Gesetze schaffende germanische Thingversammlung.

 

Auf der anderen Seite, aber immer noch jenseits von Rechten und Linken, steht die Idee einer homogenen Gemeinschaft, in der die kulturellen Gebote und Verbote von den Gemeinschaftsangehörigen aus Liebe zum Nächsten eingehalten werden. Die eine Gemeinschaft mit einer Kultur ist die vollendete Vorbeugung aller Streitigkeiten, und jeder Einzelne, auf Zucht und Ordnung bedacht, sorgt für das Gelingen dieses staatlosen Gesellschaftssystems. Der Staat, als die Macht der Thingversammlung, ist hiermit bloß ein Kulturersatzmittel, auf das im Bedarfsfall zurückgegriffen werden kann, um vorübergehend einen Volksführer oder militärischen Heerzugführer (Herzog) zu bestimmen. Das in der Völkerwanderungszeit jener Herzog sein Amt vererben konnte, und damit die anarchistische Gesellschaft der Germanen zerstörte ist eine andere Geschichte, die aber auch in Zukunft jeden Anarchismus beenden könnte.

 

Das sich die Partei der homogenen Volksgemeinschaft und die Partei der Anarchisten oftmals im Wege stehen liegt daran, daß die Anarchisten ein freizügiges Siedlungsrecht für Fremdvölker  fordern, was aber bei den Volksgemeinschaftlern als Überfremdungsfaschismus abgelehnt wird. Andersrum sieht der Anarchist in der Ausweisung der Fremdvölker eine Form von Faschismus.

 

Darum gilt es sich in der kapitalistischen Globalisierung der globalen Bewegungsformen bewußt zu machen, denn Sachkapitalexport in ein Billiglohnland ist das gleiche wie Humankapitalimport zur Lohndrückung im Inland, und die Migrationbewegungen beruhen auch nicht auf Freiwilligkeit, sondern sind durch kapitalistische Ausbeutungsstrukturen erzwungen worden. Das Fremde ist zwar das Salz in der Suppe, aber in einer versalzenden Suppe kämpft man zwangsläufig darum, den anderen die eigene Kultur aufzuzwingen und die anderen als Unkulturen zu verbieten. Dann braucht es wieder einen Staat, und wenn, dann sollte der Präsident oder König nicht Herr über bürgerliche Knechte sein (westlich römisch imperialer Staat), sondern erster Diener des Staates, und der Staat erster Diener des Volkes.



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